AUSSTELLUNG IN BOCHUM
04. – 27. September 2026
Vair = (w+e) / I³
zwischen ich und wir
Der Kunstbunker an der Baarestraße 68 im Bochumer Stadtteil Stahlhausen tritt als prägnanter Erinnerungsort in Erscheinung, der sowohl die städtebauliche Entwicklung des Quartiers als auch die historischen Brüche des 20. Jahrhunderts sichtbar macht. Im Jahr 1941 errichtet, zählt der Luftschutzbau zu den zentralen Relikten der Bunkerarchitektur im Ruhrgebiet, die im Kontext der Kriegswirtschaft dem Schutz der in der Rüstungsindustrie beschäftigten Bevölkerung dienten.
Die charakteristische, massiv wirkende Quadersteinarchitektur verleiht dem Gebäude bis heute eine eindrückliche Präsenz im Stadtraum. Seit seiner denkmalgerechten Instandsetzung im Jahr 2017 fungiert der ehemalige Schutzbau als kultureller Ort und beherbergt den Bochumer Künstlerbund, wodurch sich seine Bedeutung von einem Ort der Abschottung zu einem Raum künstlerischer Produktion und öffentlicher Auseinandersetzung gewandelt hat.
Die Tapetenreste im Innenraum sind Zeugnisse eines Rückzugsortes, der den Menschen inmitten des Krieges eine kleine Oase des Vertrauten bot. Es erinnert daran, wie Menschen in Extremsituationen versuchen, ihre Würde und Menschlichkeit zu bewahren. Das Gefühl der Enge, die Kälte der Wände, die ständige Angst – all das lässt sich nur erahnen. Schon der äußere Eindruck des Bunkers ist prägnant: Der Eingangsbereich, geprägt von einem noch erkennbaren Reichsadler aus Quadersteinen, wirkt wie ein Mahnmal vergangener Zeiten.
Der große Durchbruch war einst eine Durchfahrt, durch die Versorgungs-Lkws sicher in den Bunker gelangen konnten. Heute präsentiert sich das Gebäude in einem gepflegten, fast wohnlichen Zustand, mit einer Fassade, die an ein schlichtes Wohnhaus erinnert.